Wenn ich nach langer Zeit mal wieder am Meer stehe.

Ob ich’s überhaupt beschreiben kann?

So, dass Sie erahnen können, was ich meine? Obwohl… wenn Sie so süchtig sind nach diesem Einmaligen wie ich, ist es auch bei Ihnen sofort da. Vielleicht mit anderen Facetten zwar… aber wir sind uns einig.

Hm?

Bald geht’s wieder los. Ich spür’s schon, wie’s wieder kribbelt und sich so ein leicht-unruhiges Gefühl in meinem Herz ausbreitet. Jedes Jahr ist sie wieder da. Spätestens im Mai übrigens.

Weshalb erst im Mai so deutlich, weiss ich nicht genau. Vielleicht, weil ich dann schon den Januar, den Februar, den März und sogar den April durchgehalten habe? Und sie sich nicht mehr aufschieben lässt?

Egal. Irgendwann ist sie also nicht mehr zu verdrängen:

Die Sehnsucht nach dem Meer.

Yep, genau. Die Sehnsucht nach dem Meer. Und weil’s so schön klingt, auch noch in voller Länge zum Nachsprechen:

“Meeeeeer”

Ah… alleine schon das Wort laut vor mich hinzusagen, hat was Magisches! Da kommt sofort ein verträumtes Lächeln hinterher. Dicht gefolgt von einem Seufzer:

“Ich will mal wieder an’s Meeeeer.”

Oder sogar schon eher: “ich muss mal wieder an’s Meer”.

Da ist ne gewisse Dringlichkeit drin. Das Meer zu spüren, zu sehen, zu riechen… Das ist tatsächlich schon fast ein Bedürfnis, wenn ich das mal so sagen darf.

Und dieser Moment, wenn ich dann nach langer Zeit mal wieder am Meer stehe: Unbezahlbar.

Da fällt auf einmal alles von mir ab. Alles, was vorher da war und wichtig schien, rückt in die Ferne. Stress und Hektik? Weit weg. Sollte und müsste? Eine blasse Erinnerung.

Tun wird ersetzt durch sein. Einfach sein. Einfach gucken. Atmen. Tief durchatmen. Den Blick in die Ferne schweifen lassen. Die Gedanken auch.

Was für ein zauberhafter Augenblick! Und er hat seine Magie vom letzten Mal nicht verloren.

Jedes neue Mal, wenn ich das Meer sehe, ist er wieder da.

Er ist schwer zu beschreiben dieser juhuu-ich-bin-endlich-mal-wieder-am-Meer-Moment… schliesslich ist es nichts, was man anfassen kann.
Aber ich glaube, Sie wissen genau, was ich meine. Jedenfalls, wenn Sie ein Meer-Fan sind. Sind Sie einer?

Ich überlege:

Wenn man diesen Moment tatsächlich berühren könnte.

Wie würde er sich wohl anfühlen? Und welche Farbe hätte er?

Aber genug philosophiert. Ganz praktisch: Irgendwann diesen Sommer geht’s los. Mit gepacktem Koffer. Ans Meer. Meinem Herz wird jetzt schon ganz schwindlig vor Vorfreude.

Aber bis dahin gibt’s noch viel zu tun.

Blumen auf dem Balkon pflanzen zum Beispiel. Sonnenschirm aufspannen. Eisgekühlten Kaffee schlürfen. Pouletbrüstli grillieren. Abends Laternen rausstellen. Sich in die Fleecedecke kuscheln, wenn’s kühler wird. Und so weiter und so fort.

Ah… das klingt ja schon nach Sommer? Stimmt. Dieses Jahr hat der Sommer die Magie des Frühlings zeitweise glatt übersprungen. Bei 26 Grad im April…

Noch immer kann ich es kaum glauben.

Faszinierend, wie die Natur sich explosionsartig entfaltet hat. Von mausgrau zu knackiggrün innert ein paar Wochen.

Ein Zauber, der mich jedes Jahr tief berührt.
Und dafür muss ich nicht mal wegfahren.
Das hat natürlich auch was.

Obwohl… wenn ich daran denke, wenn ich da sitze und auf das Wasser hinausschaue…
So, genug jetzt!  🙂

Wo führt Ihre Sehnsucht Sie hin? 

2 Comments

  1. Veröffentlich von arnholdt am 1. Mai 2018 um 18:20

    so toll beschrieben! Genau so ist es Liebe Sabina. Kennst Du eigentlich meine Sommerträume schon? lgmaja

    • Sabina Hediger Veröffentlich von Sabina Hediger am 1. Mai 2018 um 19:11

      Danke dir, liebe Maja. Ich freue mich schon darauf, deine Sommerträume beim nächsten Apéro zu erfahren 🙂 Herzlich Sabina

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