Zürichsee-Schiff nähert sich dem Steg

Das schwimmende Büro

Es geht auch draussen

Viele Jahre habe ich in meiner Vergangenheit meine Arbeitszeit in Büroräumlichkeiten verbracht. Für mich war das meist eher schwierig (um es mal milde auszudrücken). Ich habe mich oft eingeengt gefühlt und hätte viel lieber draussen an der frischen Luft – und vorallem an der Sonne – gearbeitet.
Ein guter Freund (und ehemaliger Chef von mir) könnte das sofort bestätigen.

Umso mehr geniesse ich heute das grosse Privileg, meine administrativen Tätigkeiten (welchen ich übrigens sehr gerne nachgehe), auch Outdoor erledigen zu können. Ein wenig Flexibilität, ein hübscher Rucksack und tolle digitale Technik machen es möglich. Und ich bin glücklich.

Ich freue mich, Ihnen heute mein schwimmendes Büro vorzustellen.

Laptop auf dem Schiff

Morgenstimmung

Ein bisschen wie ein glattes, grünes Tuch zeigt sich der Zürichsee heute von seiner idyllischen Seite. Das Schiff gleitet leise voran. “Küsnacht Heslibach!”, tönt es durch den Lautsprecher. Es ist 10.00 Uhr und die ersten Gäste haben sich bereits im Strandbad eingefunden und breiten ihr Frotteetuch am Ufer aus. Im Schilf quaken ein paar Enten. Drei junge Damen versuchen sich in kompliziert-aussehenden Yogafiguren – auf einem SUP-Board (Standup-Paddling), welches auf dem Wasser treibt, wohlgemerkt. Huiii… sieht anspruchsvoll aus.

Das Schiff zieht weiter vorbei an Villen mit traumhaften Gärten mit direktem Seeanstoss. So lässt es sich herrlich leben.

Es ist noch friedlich

Herrlich lebt und arbeitet es sich aber auch auf dem See. Auf dem Schiff, um genau zu sein. Ich sitze auf dem MS Pfannenstiel (oder Albis oder Uetliberg) und geniesse. Die laue Morgenluft bläst mir sanft ins Gesicht. Es ist noch friedlich. Noch sind nicht viele Mitreisende da. Nachmittags wirds dann so richtig voll. Bei diesem fantastischen Wetter kein Wunder. Aber jetzt ist noch diese ganz besondere Morgenstimmung zu spüren. Wenn der Tag erst so langsam in die Gänge kommt. Sich alles noch gemütlich und entspannt anfühlt.

Zürichsee-Schiff nähert sich dem Steg

Und genau diese Stimmung nutze ich, um hier auf dem Schiff zu arbeiten. Ein schöner Moment, um meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und in die Tasten meines Laptops zu hauen. Schon mancher Blogartikel ist so entstanden. Schon viele Ideen sind hier – auf meinem schwimmenden Büro – geboren worden.

Die Wäsche muss warten

Das Wasser, die Berge im Hintergrund, die wunderschöne Landschaft… sie inspirieren mich, regen meinen Gedankenfluss an. Zuhause funktioniert das meist nicht so gut. Da drängt sich dann auch mal die Erinnerung an die ungewaschene Wäsche oder an den Geschirrspüler, der ausgeräumt werden will, dazwischen. Und meist bleibt es dann nicht nur beim Drank-Denken sondern es wird in die Tat umgesetzt.
Solche Unterbrüche gibt’s hier nicht. Die Dinge müssen warten.

Seeufer mit Haus | Zürichsee

Sie sind nicht sesshaft

Digital Nomads kommen mir in den Sinn. Wikipedia meint dazu: “Ein Digitaler Nomade (auch: Internet-Nomade) ist ein Unternehmer oder auch Arbeitnehmer, der fast ausschließlich digitale Technologien anwendet, um seine Arbeit zu verrichten und der einen Lebensstil führt, der eher als nicht sesshaft, ortsunabhängig oder multilokal zu bezeichnen ist.”
Cooles Konzept, finde ich. Da zu arbeiten, wo es einem gefällt, wo man sich inspiriert fühlt, wo es dem eigenen Lebensgefühl entspricht.

Hier der Wikipedia-Link mit weiterführenden Informationen dazu.

Ich brauche einen Hafen

Da ich persönlich einen ruhigen Hafen und eine klare Struktur brauche, um happy zu sein, wäre das nichts für mich. Und meinen Klienten möchte ich persönlich begegnen. Skype und Telefon sind – bis jetzt jedenfalls – nicht mein Ding, wenn es um intensive Coachingarbeit geht. Da brauche ich die persönliche Nähe und eine warme Atmosphäre. Aber mein Büro überall einrichten zu können, finde ich schon sehr reizvoll.

Man kennt sich

Zurück auf’s Schiff. In der Zwischenzeit sind wir auf der anderen Seeseite, bei der roten Fabrik vorbeigefahren und halten nun am Schiffsteg Wollishofen. Ah, da steht ja eine Fast-Bekannte von mir. Eine der Kellnerinnen vom Schiff. Sie startet zu ihrem heutigen Arbeitseinsatz. Wir winken uns zu. Man kennt sich mittlerweile. Schön, ich mag’ das sehr. Das gibt mir ein Gefühl von Zuhause sein. Zürich ist tatsächlich mein neues Zuhause geworden. Und die schönen Plätze davon zum Arbeiten nutzen zu dürfen, geniesse ich in vollen Zügen.

Rote Fabrik Wollishofen sichtbar vom Schiff aus

Geht noch eine?

Obwohl es jetzt mittlerweile deutlich wärmer geworden ist und die Sonne schon recht hoch am Himmel steht, überlege ich mir, eine weitere Runde sitzenzubleiben. Jetzt, wo’s grad so schön läuft mit dem Schreiben.

Ein Blick auf die lange To-Do-Liste macht mir die Entscheidung leicht. Ich bestelle mir noch einen Kaffee und ein Gipfeli… und auf geht’s.

So wie’s aussieht, bleibt die ältere Dame neben mir auch noch sitzen. Wir sind uns einig, eine geht noch.

Kurz vor 12.00 Uhr kommen wir wieder am Bürkliplatz an. Wir verabschieden uns voneinander: “Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Nachmittag. Vielleicht sehen wir uns ja ein ander Mal wieder.”

Ach wie schön es doch war. Ich freue mich schon auf die nächste Fahrt!

ÖV-Ticket reicht

PS: In Zürich gehört die Schiffahrt zum öffentlichen Verkehrsnetz. Sprich: das Ticket für S-Bahn/Zug/Tram ist hier ebenfalls gültig, wenn man die richtige Strecke gekauft hat. Das ist richtig schick, finde ich.

Zur Zürcher Personenschiffahrt

What about you?

Und wie geht es Ihnen so? Wo sind Sie besonders kreativ und einfallsreich? Ich freue mich auf Ihren Kommentar oder Ihre Privatnachricht.

3 Comments

  1. Avatar Veröffentlich von Nadine am 2. August 2015 um 22:35

    Ich finde meine Inspiration unter der Dusche. Nicht sehr spektakulär, aber ich habs mir nicht ausgelesen ;-). Brauche ich eine Idee oder habe eine Schreibblockade, muss ich nur das heisse Wasser anstellen…

    • Sabina Hediger Veröffentlich von Sabina Hediger am 3. August 2015 um 8:08

      Liebe Nadine, das klingt toll! Offenbar kommt durch’s Wasser (anstellen) was in’s Fliessen. Wenn’s mir mal nicht für die Schiffahrt reicht, probier’ ich das mal aus 🙂 Herzlich, Sabina

  2. Avatar Veröffentlich von Gudrun behm-Steidel am 3. August 2015 um 9:58

    Das kann ich mir sehr gut vorstellen – ein schwimmendes Büro! Diese ideale Gelegenheit würde ich auch nutzen. Für mich ist das “draußen” arbeiten auch ideal; entweder auf der schattigen Terrasse wie jetzt gleich oder auf der Terrasse mit Blick aufs Meer in ein paar Wochen wieder auf Lanzarote. Da bin ich viel produktiver und vor allem kreativer als im Büro.
    In diesem Sinne einen schönen Sommer!

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