Rosenblätter

So wahr. Und so herausfordernd. Die Selbstliebe.

Lesezeit: 1 Min. 45 Sek.

"It's not your job to like me... it's mine."
"Es ist nicht deine Aufgabe, mich zu mögen... es ist meine".
(Byron Katie)

An einigen Tagen gelingt's mir besser. An anderen ist's richtig schwierig. Vorallem, wenn ich zum Beispiel so zünftig in ein Fettnäpfchen getreten bin, wie vor ein paar Tagen geschehen. Worum geht's? Um die Selbstliebe. Fettnäpfchen ist dabei natürlich noch untertrieben. Ein Fettnapf passt schon eher.

Unverzeihlich

"Ein unverzeihlicher Fehler", meint der strenge Kritiker in mir. "Das hätte dir nicht passieren dürfen. Sowas musst du im Griff haben. Unmöglich, also echt. Wie kannst du nur."

Der Rest

Es reicht ja schon, dass ich es super-unangenehm finde, was mir passiert ist. Aber dass ich mich auch noch stundenlang selber beschimpfe und mir den gemütlichen Abend vermiese, gibt mir noch den Rest.

Der Bewertungs-Mindfuck ist voll aktiv und ich mach' mich innerlich gehörig zur Schnecke.

Einfach Mensch

Und wenn ich einfach nur Mensch bin? Und wenn ich in der Situation etwas neben mir stand? Darf mir ein Missgeschick passieren? Ja, es ist peinlich. Aber definitiv nicht unverzeihlich. Fast hätte ich sie überhört: Die wohlwollende Stimme meines Herzens. Sie spricht leise, noch zögerlich.
Die strengen Mindfuck-Beschimpfungen übertönen sie gleich wieder. Ein ständiges Hin und Her.

Stopp! Halt! Genug des inneren Gefechtes. Es reicht!
Atmen, beruhigen, schlafengehen. Morgen sieht die Welt wieder anders aus.

Sag's mir

Nur zu verlockend war's, in dieser stressigen Situation die momentan grad nicht spürbare Selbstliebe bei meinem Partner zu suchen. "Sag' mir, dass ich in Ordnung bin. Bestätige' mir, dass ich trotzdem liebenswürdig bin."

Aus Erfahrung weiss ich, dass ich ihm das in dem Moment gar nicht richtig glauben würde. Wenn ich mich grad selber so sehr abwerte, können auch seine liebsten Worte mich nicht aufwerten. Sie würden mich gar nicht wirklich erreichen, würden an meinen strengen Selbst-Verurteilungen abprallen.

Eben da kommt mir Byron Katie's Zitat in den Sinn:

"It's not your job to like me... it's mine."
"Es ist nicht deine Aufgabe, mich zu mögen... es ist meine".

Recht hat sie. Und sie hat auch nicht gesagt, dass es immer einfach wäre. Oder wie geht es Ihnen damit?

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